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Gottes Glanz

Unsere tiefste Angst ist nicht die vor unserer Unzulänglichkeit. Unsere tiefste Angst ist die Angst vor unserer unermesslichen Kraft. Es ist das Licht in uns, nicht die Dunkelheit, die uns am meisten ängstigt. Wir fragen uns: Wer bin ich, dass ich von mir sage, ich bin brillant, ich bin begabt und einzigartig. Ja, im Grunde genommen: Warum solltest du das nicht sein? Du bist ein Kind Gottes. Wenn du dich klein machst, hilft das der Welt nicht. Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du glaubst, zusammenschrumpfen zu müssen, damit sich die Leute um dich herum weniger unsicher fühlen. Wir sind geboren, um den Glanz Gottes zu offenbaren, der in uns ist. Gottes Glanz ist nicht nur in wenigen von uns, Gottes Glanz ist in jedem Menschen. Wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, so geben wir anderen ebenfalls die Erlaubnis, ihr Licht scheinen zu lassen. Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien , befreien wir mit unserer Gegenwart auch andere.

Marianne Williamson

Der Text wurde durch eine Rede von Nelson Mandela bekannt.

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Offensichtlich

Zu einem Weisen kam einer und klagte: Ich suche nun so viele Jahre nach Gott und kann ihn
nicht finden. Der Weise sah ihn freundlich an und erzählte:
Es war einmal ein Mann namens Nasruddin. Er ging immer hin und her über die Grenze, an verschiedenen Zollstellen, einmal mit einem Esel, einmal auch mit zweien oder dreien. Auf den Eseln transportierte er große Lasten Stroh. Die Zöllner wussten, dass er ein bekannter Schmuggler war, umso durchsuchten sie ihn immer wieder, stachen mit Stöcken in die Strohballen, und manchmal verbrannten sie das Stroh und suchten in der Asche nach dem, was er schmuggelte. Aber sie fanden nichts, und Nasruddin wurde reicher und reicher. Schließlich wurde er alt, zog in ein anderes Land und setzte sich zur Ruhe. Dort begegnete ihm einer der früheren Grenzwächter und fragte: „Nasruddin, jetzt könnt Ihr es mir ja sagen. Was habt Ihr geschmuggelt, das wir nie gefunden haben?“ Nasruddin lächelte und antwortete: „Esel
Siehst du, sagte der Weise, so sucht mancher nach Gott, und Gott ist vor seinen Augen.

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Rezept

Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten
Für die paar Jahre wird es wohl noch reichen.
Das Brot im Kasten und der Anzug im Schrank.
Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit, und sieh, wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte die Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da, sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.
Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät, geht es um dich oder ihn.
Den eigenen Schatten nimm zum Weggefährten.
Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne.
Sei klug und halt dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.

 Mascha Kaleko

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  Der Sünder

Es waren einmal zehn Bauern, die gingen miteinander über das Feld. Sie wurden von einem schweren Gewitter überrascht und flüchteten sich in einen halb zerfallenen Tempel. Der Donner kam aber immer näher, und es war ein Getöse, dass die Luft ringsum erzitterte. Kreisend fuhr ein Blitz fortwährend um den Tempel her. Die Bauern fürchteten sich sehr und dachten, es müsse wohl ein Sünder unter ihnen sein, den der Blitz schlagen wolle. Um herauszubringen, wer es sei, machten sie aus, ihre Strohhüte vor die Tür zu hängen; wessen Hut weggeweht werde, der solle sich dem Schicksal stellen. Kaum waren die Hüte draußen, so ward auch einer weggeweht, und mitleidlos stießen die anderen den Unglücklichen vor die Tür. Als er aber den Tempel verlassen hatte, da hörte der Blitz zu kreisen auf und schlug krachend in den Tempel ein.

Chinesisches Märchen

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Es gibt Weisheiten und Lösungsstrategien für Probleme.

Eine Weisheit der Dakota-Indianer lautet:

Wenn du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.
doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien,
nach denen wir handeln......

...wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
...wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
...wir gründen einen Arbeitskreis, um das tote Pferd zu analysieren
.
..wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten.
...wir wechseln die Reiter
...wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
...wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
...wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
...wir machen eine Studie um zu sehen, ob es bessere oder billigere  tote Pferde gibt.
...wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht
mehr reiten kann.
...wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir
schneller werden.
...wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
...wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
...wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
...wir besorgen uns eine Peitsche.
...wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
...wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
..wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
...wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
...wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

 

 

Das letzte Stündlein

Einem sterbenskranken alten Bauern setzt der Pfarrer zu, er solle sich mit seinem ihm verfeindeten Nachbarn versöhnen, da doch nun sein letztes Stündlein nahe. Es kommt  dem harten Schädel schwer an, dem Pfarrer die Erlaubnis zu geben, dass er den Nachbarn zur Versöhnung holen darf. Und als er die Genehmigung gegeben hat, ist er noch immer keineswegs mit der Angelegenheit fertig. Er ruft dem Pfarrer nach: "Aber wenn ich wieder werd, dann bleibt's mit dem Mattes beim alten!"

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Fortschritt?

Wenn meine Großmutter ihre Mutter besuchen wollte, brauchte sie dafür drei Tage: Einen Tag fuhr sie mit Bekannten  in der Pferdekutsche hin, einen Tag blieb sie dort, erzählte und erfuhr das Neueste, half in der Küche oder im Garten. Am dritten Tag fuhr sie heim. Wenn meine Mutter ihre Mutter besuchen wollte, brauchte sie dafür zwei Tage: Sie fuhr mit dem Zug. Wenn sie Glück hatte, bekam sie Anschluss. Sie erzählte und erfuhr das Neueste, übernachtete dort und fuhr am nächsten Tag zurück.  Wenn wir zu meiner Mutter fahren, brauchen wir dafür mit dem Auto eine halbe Stunde. Lange können wir nicht bleiben, denn die Kinder werden unruhig, und wir wollen ja noch die neue Standuhr abholen, und außerdem müssen wir noch unbedingt schnell die Papiere zum Steuerberater bringen. Wenn mich meine Kinder besuchen wollen?

Verfasserin unbekannt

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Hier bei uns

Das Kind hinten im Auto schrie, weil es Durst hatte. Ich hielt und ging in eine Wirtschaft, die so früh am Morgen noch nicht geöffnet hatte. Doch die Frau, die mir die Tür aufmachte, war freundlich und gab mir Milch, bot mir auch Brot an.  Als ich mit dem Becher vom Auto wieder zurück ins Haus kam und zahlen wollte, sagte sie: "Aber doch nicht dafür: Das Kind hatte doch Durst, nicht?"  Ich war beschämt, dass ich mir so eine Antwort bei uns schon gar nicht mehr hatte vorstellen können, so eine Sache zwischen Wildfremden. Und doch gibt es sie , überall wieder und öfters.

Ingrid Bacher

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Wer etwas will - der findet Wege, wer etwas nicht will - der findet Gründe

                                                                                 Götz Werner Götheanum 2006

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Was wir brauchen sind ein paar verrückte Leute, seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.

George Shaw, irischer Nobelpreisträger

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Wer nichts weiß, muss alles glauben

Marie v. Ebner Eschenbach

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                                                           Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,

dass er tun kann, was er will,

sondern dass er nicht tun muss,

was er nicht will.

                                                                                                                     Jean-Jacques Rousseau

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Das Höchste ,

was man erreichen kann, ist das

Gleichgewicht

zwischen Wagnis

und Verzicht.

Zenta Maurina

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Unterwegs sein

Wer im Leben stehen bleibt, hat keine Zukunft mehr.

Wer nicht unterwegs bleibt,

sich nicht immer wieder ändert und weiterentwickelt,

vergibt sich selbst die Chance

 auf wunderbare Entdeckungen und Aussichten,

auf Erfahrungen, die der Lebensweg bereithält.

Dabei ist der Weg nicht immer leicht.

Höhen und Tiefen sorgen für Abwechslung und Mühe,

aber auch für Aussichten auf Erfolg.

Schlimm werden Tiefpunkte dann, wenn man nicht mehr

weiterwill, wenn man in der Talsohle aufgibt,

anstatt einen neuen Aufstieg zu wagen.

Wer sich jedoch innerlich an Höhepunkten festhält

Und sich weigert, wieder abzusteigen,

wird letztlich das verlieren, was er gerade gewonnen hat.

Zwei Dinge vor allem helfen dabei,

einen Weg nicht abzubrechen, sondern unterwegs zu bleiben.

Das eine: Ein Ziel, wohin Deine Reise gehen soll,

und der Gedanke,

wie es ist wenn Du am Ziel angekommen bist.

Dieses Gedanken – Spiel ist viel mehr als ein Spiel.

Es ist ein ungeheurer Kraftspender,

der hilft, nicht aufzugeben

Versuche doch, Dich in schweren,

aussichtslosen Lebensabschnitten

in Gedanken ans Ziel Deines Weges zu versetzen.

Das andere: Weggefährtinnen und Weggefährten.

Bilde Dir nicht ein, dass Du niemanden brauchst,

der Dich in den Lebenstälern

an die wunderbaren Aussichten von den Höhen erinnert.

 

                      Quelle: „Unterwegs zur Weihnachtsfreude“  Michael Elmenthaler, Kiefel Verlag

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Frieden

Frieden ist der Versuch, das Bemühen,

im Einklang mit der Natur, den Mitmenschen

und sich selbst zu leben.

Frieden ist nicht das Ende aller Konflikte,

sondern der Anfang einer neuen Art und Weise,

wie man sie austrägt.

Marianne Amseln

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Mut zur Umkehr

Mahatma Ghandhi berichtet aus seinem Leben: "Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich einen Diebstahl beging". Weil ich Schulden hatte, stahl ich meinem Vater ein goldenes Armband, um die Schuld zu bezahlen. Aber ich konnte die Last meiner Schuld nicht ertragen. Als ich vor ihm stand, brachte ich vor lauter Scham den Mund nicht auf. Ich schrieb also mein Bekenntnis nieder. Als ich ihm den Zettel überreichte, zitterte ich am ganzen Körper. Mein Vater las den Zettel, schloss die Augen und dann - zerriss er ihn. " Es ist gut", sagte er noch. Und dann nahm er mich in die Arme. Von da an hatte ich meinen Vater noch viel lieber.

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Der zufriedene Fischer

Ein Fischer sitzt am Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen Ausfahrt auf den Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein Tourist. Dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das brächte Geld für einen zweiten Mann ein. Zweimal täglich auf den Fang hieße das Vierfache verdienen. Warum er eigentlich herumtrödle?  Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer könnte viel besser ausgenützt werden. Ein Stand auf dem Markt, Angestellte, ein Fischrestaurant, eine Konservenfabrik - dem Touristen leuchteten die Augen - " Und dann ?" unterbricht ihn der Fischer. "Dann brauchen Sie nichts mehr zu tun. Dann können sie den ganzen Tag sitzen und glücklich auf ihr Meer hinaus blicken!" - "Aber das tue ich doch jetzt schon", sagt der Fischer.

                                                                                                                                        Heinrich Böll